Neues Turniersystem für Solisten im DVG kommt ab 2019/2020

Mit satten 100% der Stimmen der Sportwartevollversammlung und des Hauptausschuss/Präsidiums wurde am 19. Januar 2018 ein Stück Geschichte im Deutschen Verband für Garde- und Schautanzsport geschrieben.

Sportpolitische Entscheidungen werden traditionell im DVG kontrovers und mit viel persönlichem Einsatz diskutiert. Änderungen am Turniersystem, wie etwa die Einführung der Solo-Ligen vor 15 Jahren, spalten den Verband oft in zwei oder mehr Lager. Auch nach einer Entscheidung verharren einige in den Lagern und kämpfen dauerhaft gegen die getroffenen Entscheidungen. Viel Energie geht dabei verloren und hindert den Verband dann an einer zukunftsgerichteten Weiterentwicklung.

Nicht so aber am Freitag, den 19. Januar 2018 in Frankfurt. Nach Präsentation des neuen Konzeptes durch Cliff Adler (Mitglied der Arbeitsgruppe) wurde erstmals im DVG eine so gravierende Änderung am Turniersystem durch beide hierfür zuständige Gremien mit einer vollständigen Zustimmung beschlossen. Somit steht fest, dass ab der Saison 2019/2020 insbesondere der Bereich der Solisten in ein komplett neues Turniersystem überführt wird.

Das neue Solo-System

Zukünftig wird die Saison der Solisten in zwei Abschnitte unterteilt. Ab Saisonstart wird freies Melden auf den Turnieren möglich sein und eine Mindestanzahl von Turnierstarts Seitens des Meldesystems garantiert. Bis voraussichtlich Mitte Februar läuft diese Phase, die dann mit dem „Solo-Cut“ endet. Die besten Solisten ihrer Altersklassen und Disziplinen kämpfen in der zweiten Hälfte um Plätze und Qualifikationen zur Deutschen Meisterschaft. Parallel findet in der ersten Phase eine Champions-Trophy statt, die die 10 besten Solisten des Vorjahres bestreiten. Eine Teilnahme hier ist zwar freiwillig, eine gute Platzierung öffnet aber einen schnelleren und sicheren Weg in das Finale.

Nahezu alle Zielvorgaben für ein neues Turniersystem der Solisten, die im Rahmen des WorldCafé im Sommer letzten Jahres herausgearbeitet und durch die Arbeitsgruppen aufgearbeitet wurden, konnten umgesetzt werden. So entfallen verbindliche Pflichttermine in der ersten Saisonhälfte komplett und die Anzahl in der zweiten Hälfte ist mit zwei Terminen für die insgesamt besten Solisten deutlich geringer geworden. Aber insbesondere das Ziel, mehr Startplätze für die Gruppentänze in der zweiten Saisonhälfte zu schaffen, konnte so erfüllt werden. Durch die Konzeption des Meldesystems bleiben auch dem Verband weiterhin notwendige Steuerungsmöglichkeiten erhalten. Probleme im alten Ligasystem durch Alterklassenwechsel und gravierende Leistungsunterschiede innerhalb der Ligen, sind mit dem neuen System ebenfalls gelöst. Alle Solisten starten in jeder Saison mit gleichen Ausgangsvoraussetzungen.

Die Mini-Klasse der Schüler wird zukünftig nicht mehr um eine Qualifizierung zur Deutschen Meisterschaft kämpfen. Eine sanftere Heranführung an den Leistungssport kann so besser gewährleistet werden. Auch die MastersCup Serie der Hauptklasse entfällt mit dem neuen Turniersystem für den Solobereich.

Auch Änderungen für Gruppen, Duos und Paare

Auch für Gruppen, Duos und Paare sieht die Entscheidung der Gremien wichtige Änderungen vor. Das grundlegende Ranglistenturniersystem wird weiterhin Bestand haben. Die Arbeitsgruppe hat auch für diesen Bereich Änderungsvorschläge unterbreitet. So war zunächst die Einführung eines Halbfinals angedacht, die einer größeren Anzahl von Startern einen Weg zur Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften ermöglichen sollte. Dieser Vorschlag fand jedoch keine ausreichende Unterstützung und wurde zunächst noch nicht umgesetzt.

Die weiteren Vorschläge der Arbeitsgruppe fanden dann wieder Zustimmung. So wird ab der Saison 2019/2020 für alle Starter der Hauptklasse die MastersCup Serie nicht mehr angeboten. Der Pflichtstarttermin zum 31.01. eines Jahres (bislang eine der Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Deutschen Meisterschaften) wird testweise für ein Jahr ausgesetzt.

Wie geht es nun weiter?

Mit dieser Abstimmung ist zunächst die grundlegende Entscheidung für das neue Turniersystem und seine Eckpfeiler gefallen. Der noch zurückgehaltene Rahmenturnierplan für 2019/2020 wird durch den Turnierausschuss (TAS) kurzfristig auf die neue Struktur umgearbeitet und veröffentlicht. Dies schafft die notwendige Planungssicherheit für die Ausrichter.

Noch im Februar 2018 werden die Umsetzungsarbeiten in mehreren parallelen Arbeitsgruppen, koordiniert durch den TAS beginnen. Darin werden die noch offenen Detailfragen behandelt und eine umfassende Regelwerksänderung vorbereitet. In der Frühjahrs-SpVV 2018 oder spätestens der Herbst-SpVV 2018 müssen diese Änderungen dann abgestimmt und der Antrag durch den HAS bestätigt werden. Hierbei geht es dann jedoch nur noch um Feinheiten der Umsetzung. Die grundlegende Entscheidung für das neue System ist gefallen.

Der herzliche Dank …

… geht einmal mehr an unserer Mitglieder, die im Rahmen des WorldCafé ihre Wünsche, Kritiken und Vorschläge offen kommuniziert haben, alle Mitglieder der unterschiedlichen Arbeitsgruppen und die Gremienmitglieder von SpVV, Hauptausschuss und Präsidium.

Ich hoffe sehr, dass wir für die weiteren Aufgaben im Rahmen der Umsetzung erneut engagierte Personen für unsere Arbeitsgruppen gewinnen können. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, in einem so guten Team für den Verband etwas zu bewegen. HERZLICHEN DANK.

Mit sportlichen Grüßen
Stefan Schaffner
DVG Vizepräsident Sport

PS: Auf vielfachen Wunsch werde ich diesen Blog „Turniersystem 2020“ weiter bestehen lassen und darin die kommenden Schritte ebenfalls für alle nachvollziehbar dokumentieren.

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